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Technik vermittelnTrainingsrezept

Blocken trainieren: Timing, Absprache mit dem Torwart, Fehlerbilder

Ein Block ist die halbe Parade – aber nur, wenn Block und Torwart dasselbe wollen. Wie du Blocktechnik, Timing und die Absprache mit dem Torwart trainierst, und woran du die Wirkung abliest.

Von Arkadiusz Weiss, Torwart, Trainer und Gründer von Statix · aktualisiert 6 Min. Lesezeit

Blocken ist die Technik mit dem schlechtesten Verhältnis zwischen Wirkung und Trainingszeit. Ein funktionierender Block halbiert die Torgefahr aus dem Rückraum, und in den meisten Amateurmannschaften wird er nie systematisch geübt – Blockarbeit gilt als Sache von Größe und Mut.

Beides hilft, aber entscheidend ist etwas anderes: Timing und Absprache. Ein zu früh gesprungener Block ist schlechter als kein Block, weil der Torwart eine Ecke abgedeckt hat, die dann doch offen steht.

Was du vermitteln willst und ab wann

Der Aufbau geht in drei Schritten, und du kannst keinen überspringen:

Handstellung und Körperspannung (ab C-Jugend). Arme gestreckt nach oben, Finger gespreizt und aktiv angespannt, Daumen nicht verschränkt. Die Grundlage – und gleichzeitig der Punkt, an dem Verletzungsangst entsteht oder verschwindet.

Timing (ab C-Jugend). Der Absprung erfolgt, wenn der Wurfarm nach vorn beschleunigt, nicht bei der Ausholbewegung und nicht bei einer Wurffinte. Das ist der schwierigste Teil und braucht Hunderte von Wiederholungen.

Absprache mit dem Torwart (ab B-Jugend). Erst wenn die ersten beiden Punkte sitzen, hat die Zuordnung von Ecken einen Sinn.

Im Kinderbereich blockst du nicht. Bis zur D-Jugend gehören Handstellung und Armhaltung ins Aufwärmen, mehr nicht.

Woran du den Fehler in der Halle erkennst

  • Der Block springt bei der Ausholbewegung. Der Klassiker. Der Werfer zieht durch, der Block ist schon im Sinkflug.
  • Die Arme gehen nach vorn statt nach oben. Ergibt Stürmerfoul-Reklamationen und eine kleinere Blockfläche.
  • Die Finger sind locker. Erkennbar an ausweichenden Händen beim Ballkontakt und – irgendwann – an einer Fingerverletzung.
  • Der Block wechselt in der Luft die Seite. Der schlimmste Fehler, weil er den Torwart chancenlos macht. Er passiert immer dann, wenn die Absprache nicht sitzt.
  • Nach dem Block schaut niemand zum Ball. Der Abpraller ist eine der besten Ballgewinnsituationen im Handball und wird fast immer verschenkt.

Fange mit dem Timing an. Alle anderen Fehler lassen sich schneller korrigieren.

Die Einheit im Ablauf

Ein Blockblock von 30 Minuten passt gut in die Mitte einer Einheit – nach dem Aufwärmen, vor der großen Spielform. Wurfhärte reduzierst du in den ersten beiden Übungen bewusst, sonst trainierst du Ausweichverhalten statt Blocktechnik.

30-Minuten-Block im Abwehrtraining30 Minuten
  1. 5 minHandstellung ohne BallSprünge an der Wand, Finger gespreizt, Arme gestreckt.
  2. 7 minÜbung 1 – Timing bei halber HärteWerfer wirft angekündigt, Block übt den Absprungzeitpunkt.
  3. 8 minÜbung 2 – Wurf oder FinteDer Werfer entscheidet, der Block darf nur auf den echten Wurf springen.
  4. 6 minÜbung 3 – Zweierblock mit TorwartAbsprache über die abgedeckte Ecke, laut ausgesprochen.
  5. 4 minÜbung 4 – Abpraller verwertenNach jedem Blockkontakt sofort zum Ball und Gegenstoß einleiten.

Vier Übungen für Timing und Absprache

Reduzierte Wurfhärte in den ersten beiden Übungen ist kein Nachgeben, sondern eine methodische Entscheidung: Wer Angst vor dem Ball hat, zieht die Hände weg und lernt genau das.

1 · Absprung auf den echten Wurf

7 Min. · ab C-Jugend

Aufbau
Ein Werfer an der 9-Meter-Linie, ein Blockspieler davor. Der Werfer wirft mit etwa halber Härte, kündigt aber nicht an, wann.
Organisation
Zehn Würfe, dann Wechsel. Der Trainer steht seitlich und beurteilt nur den Absprungzeitpunkt, nicht das Ergebnis.
Coaching-Punkte
  • Der Absprung beginnt, wenn der Wurfarm nach vorn beschleunigt.
  • Arme senkrecht nach oben, nicht schräg nach vorn zum Werfer.
  • Finger gespreizt und fest, Daumen frei – nicht verschränken.

Fehlerbild · Absprung bei der Ausholbewegung. Der Block ist beim Durchziehen schon wieder unten und die Ecke, die der Torwart freigelassen hat, steht offen.

Variation · Der Werfer darf zwischen Sprungwurf und Schlagwurf wählen – der Absprungzeitpunkt unterscheidet sich deutlich.

2 · Wurf oder Finte

8 Min. · ab C-Jugend

Aufbau
Wie Übung 1, aber der Werfer darf eine Wurffinte einbauen. Der Blockspieler darf nur beim echten Wurf abspringen.
Organisation
Punktesystem: Der Werfer bekommt einen Punkt für jeden Block, den er mit einer Finte in die Luft bringt, der Blockspieler einen für jeden Blockkontakt.
Coaching-Punkte
  • Der Blick liegt auf Ellenbogen und Hüfte des Werfers, nicht auf dem Ball.
  • Geduld ist die wichtigste Blockeigenschaft – lieber einen Wurf zu spät als drei Finten zu früh.
  • Nach der Finte sofort wieder in Ausgangsstellung, nicht nachschauen.

Fehlerbild · Der Blockspieler reagiert auf den Ball statt auf den Körper. Der Ball ist genau das, was die Finte manipuliert.

3 · Zweierblock mit Torwart

6 Min. · ab B-Jugend

Aufbau
Zwei Innenverteidiger bilden den Block, der Torwart steht im Tor. Vor jedem Wurf sagt der Block laut an, welche Ecke er zumacht.
Organisation
Der Werfer wechselt zwischen halbrechts und halblinks. Nach jedem Wurf sagt der Torwart, ob die Ansage gehalten wurde.
Coaching-Punkte
  • Die Ansage kommt vom ballnahen Blockspieler, nicht von beiden gleichzeitig.
  • Der Block hält seine Seite konsequent – lieber die falsche Seite als ein Wechsel in der Luft.
  • Der Torwart stellt sich erst nach der Ansage, nicht vorher.

Fehlerbild · Der Block wechselt während des Sprungs die Seite, weil der Werfer sich bewegt. Für den Torwart ist das die schlimmste aller Varianten.

Variation · Die Ansage entfällt und wird durch eine feste Regel ersetzt: Der Block macht immer die lange Ecke zu.

4 · Abpraller verwerten

4 Min. · ab C-Jugend

Aufbau
Wie Übung 3, aber nach jedem Blockkontakt ist der Ball frei. Die Abwehr muss ihn erobern und einen Gegenstoß einleiten.
Organisation
Ein Außenspieler startet bei jedem Blockkontakt automatisch los. Punkte gibt es nur für Ballgewinn plus abgeschlossenen Gegenstoß.
Coaching-Punkte
  • Nach der Landung sofort den Kopf zum Ball, nicht zum Werfer.
  • Der ballferne Blockspieler geht zum Abpraller, der ballnahe sichert den Werfer.
  • Der erste Pass nach dem Ballgewinn geht nach vorn, nicht zur Seite.

Fehlerbild · Alle schauen dem Ball hinterher, statt ihn zu holen. Die beste Ballgewinnsituation im Handball wird so regelmäßig verschenkt.

Wo der Blockschwerpunkt in die Woche passt

Blocken ist muskulär unauffällig, aber es kostet Konzentration und erzeugt Prellungen. Zwei Konsequenzen für die Planung:

Nicht am Tag vor dem Spiel. Blaue Finger am Spieltag helfen niemandem, und der Block braucht Wiederholungen, nicht Erinnerung.

In der Vorbereitung als eigener Schwerpunkt, in der Saison als Teil des Abwehrtrainings. Ein 30-Minuten-Block alle drei bis vier Wochen in der Saison reicht, wenn Blockverhalten in jeder Abwehr-Spielform mitgecoacht wird.

Die Kombination, die am meisten bringt: Blocktraining direkt vor einem Torwarttraining ansetzen und die letzten zehn Minuten gemeinsam machen. Genau dort entsteht die Absprache, die im Spiel entscheidet.

Woran du im Spiel siehst, ob es sitzt

Blocks tauchen in keinem Spielbericht auf. Wenn du die Wirkung sehen willst, musst du selbst zählen – und zwar nicht nur die Blocks:

Gegentore aus dem Rückraum aus neun Metern. Die Zahl, um die es eigentlich geht. Sinkt sie über mehrere Spiele, wirkt euer Blockspiel, unabhängig von der Zahl der Blocks.

Blockkontakte und Ballgewinne nach Block. Ein Block, der zum Ballgewinn führt, ist doppelt wertvoll. Wenn ihr viele Blockkontakte, aber kaum Ballgewinne habt, arbeitet ihr an der Nachfolgeaktion.

Paradenquote aus neun Metern. Der beste indirekte Indikator: Steigt sie, ohne dass euer Torwart etwas geändert hat, arbeitet der Block für ihn.

Zeitstrafen in der Abwehr. Ein Block, der nach vorn statt nach oben geht, erzeugt Strafen. Wenn eure Zeitstrafen mit dem neuen Blockverhalten steigen, korrigierst du die Armhaltung, nicht die Einstellung.

Ein Hinweis zur Ansprache: Blockspieler bekommen selten Anerkennung, weil ihre Aktionen in keiner Statistik stehen. Wenn du die Blockkontakte zählst und in der Woche danach nennst, veränderst du die Bereitschaft in der Abwehr schneller als mit jeder Übung.

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Arme senkrecht nach oben, Finger gespreizt und aktiv angespannt, Daumen nicht verschränkt, Rumpf unter Spannung. Der Absprung erfolgt erst, wenn der Wurfarm des Schützen tatsächlich nach vorn beschleunigt. Arme nach vorn zum Werfer erzeugen eine kleinere Blockfläche und Zeitstrafen.

Erst wenn der Wurfarm nach vorn beschleunigt – nicht bei der Ausholbewegung und nicht bei einer Wurffinte. Wer zu früh springt, wird unterlaufen oder überworfen, und der Torwart hat sich auf eine abgedeckte Ecke eingestellt, die dann offen steht. Geduld ist die wichtigste Eigenschaft eines Blockspielers.

Block und Torwart teilen sich das Tor: Der Block macht eine vereinbarte Ecke zu, der Torwart konzentriert sich auf die verbleibende Seite. Die Ansage kommt vom ballnahen Blockspieler und wird laut ausgesprochen. Entscheidend ist Konsequenz – ein Seitenwechsel in der Luft macht den Torwart chancenlos.

Handstellung und Armhaltung gehören ab der D-Jugend ins Aufwärmen, systematisches Blocktraining ab der C-Jugend, die Absprache mit dem Torwart ab der B-Jugend. Im Kinderbereich wird nicht geblockt – dort geht es um Bewegung zum Ball, nicht um das Zumachen von Ecken.

Arkadiusz Weiss, Torwart, Trainer und Gründer von Statix

Über den Autor

Arkadiusz Weiss

Torwart, Trainer und Gründer von Statix

Arkadiusz Weiss steht seit über zehn Jahren im Handballtor und trainiert selbst eine Mannschaft in der Kreis- und Bezirksliga – genau der Alltag, für den diese Ratgeber geschrieben sind. Statix ist aus diesem Alltag entstanden: aus dem Zettel am Spielfeldrand, aus dem nach dem Abpfiff nie eine brauchbare Auswertung wurde.

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