Linkshänder im Handball: warum sie so gefragt sind und wie sie brillieren
Linkshänder sind im Handball heiß begehrt – auf der rechten Seite verwandeln sie Winkel, die Rechtshänder nur mühsam erreichen. Warum das so ist und wie Linkshänder ihre Stärken ausbauen.
In kaum einer Sportart sind Linkshänder so gefragt wie im Handball. Jeder Trainer kennt das Problem: Die rechte Angriffsseite bleibt schwach besetzt, weil geeignete Linkshänder fehlen. Wer mit links wirft, hat auf dieser Seite einen natürlichen Vorteil, den kein noch so gut trainierter Rechtshänder ganz aufholt. Das macht Linkshänder auf dem Transfermarkt und im Jugendbereich zu gesuchten Spielern.
Warum die rechte Seite nach Linkshändern verlangt
Der Grund ist der Wurfwinkel. Wer von rechtsaußen oder aus dem rechten Rückraum wirft, hat mit der linken Wurfhand ein deutlich offeneres Tor vor sich: Der Körper ist zum Tor hin geöffnet, der Arm holt frei aus, und der Ball läuft in einer natürlichen Linie aufs Tor.
Ein Rechtshänder auf der rechten Seite muss dagegen entweder über den Körper werfen, den Winkel mit Sprüngen ins Feld hinein verbessern oder aus ungünstiger Position abschließen. Genau umgekehrt gilt: Linkshänder auf der linken Seite hätten dieselben Nachteile wie Rechtshänder rechts.
| Position | Ideale Wurfhand | Warum |
|---|---|---|
| Linksaußen | rechts | offener Winkel nach innen |
| Rechtsaußen | links | offener Winkel nach innen |
| Rechter Rückraum | links | freie Auslage, gute Wurfachse |
| Linker Rückraum | rechts | freie Auslage, gute Wurfachse |
Die typischen Positionen für Linkshänder
Aus dieser Logik ergeben sich die klassischen Linkshänder-Positionen:
- Rechtsaußen: spitze Winkel, Tempogegenstöße, Eins-gegen-eins auf der rechten Außenbahn.
- Rechter Rückraum (Halbrechts): Distanzwurf, Durchbruch und das Zusammenspiel mit Kreis und Außen auf der rechten Seite.
Auf der Mitte oder am Kreis ist die Wurfhand weniger entscheidend, dort zählen andere Fähigkeiten. Aber die rechte Angriffsseite ist die natürliche Heimat des Linkshänders.
Die Vorteile eines Linkshänders für die Mannschaft
- Ausgewogener Angriff: Erst mit einem Linkshänder rechts ist beide Seiten gleich gefährlich. Das zwingt die Abwehr, symmetrisch zu verteidigen.
- Bessere Anspielwinkel: Der Linkshänder kann den Kreisläufer aus dem rechten Rückraum optimal bedienen.
- Überraschung: Weil Gegner seltener gegen Linkshänder verteidigen, sind sie weniger auf deren Wurf- und Fintenbilder eingestellt.
Herausforderungen für Linkshänder
So gefragt sie sind – ein Selbstläufer ist es nicht. Typische Herausforderungen:
- Wenige Vorbilder und Übungspartner: Vieles muss man sich selbst erarbeiten, weil im Training Rechtshänder-Bewegungen dominieren.
- Gespiegelte Erklärungen: Trainerhinweise sind oft für Rechtshänder gedacht und müssen übertragen werden.
- Erwartungsdruck: Weil Linkshänder rar sind, landen sie früh auf der rechten Seite – auch wenn ihre Stärken woanders liegen.
Gute Trainer denken das mit: Sie erklären Bewegungen bewusst gespiegelt und geben Linkshändern eigene Anspielstationen im Training.
Entwicklungstipps für Linkshänder
- Den Winkel bewusst nutzen: aus dem rechten Rückraum den Sprungwurf ins lange Eck und den Durchbruch nach innen sauber trennen.
- Beidseitigkeit trainieren: Auch ein Linkshänder profitiert davon, mit rechts prellen und passen zu können – das macht unberechenbar.
- Zusammenspiel üben: feste Kombinationen mit Kreisläufer und Rechtsaußen einstudieren.
- Siebenmeter: Linkshänder bringen oft eine ungewohnte Wurfrichtung mit – ein Vorteil vom Punkt.
Und wenn kein Linkshänder da ist?
Nicht jede Mannschaft hat einen. Dann helfen zwei Wege: einen wurfstarken Rechtshänder rechts einbauen, der den Winkel durch Sprünge ins Feld verbessert, oder das Angriffsspiel bewusst über die starke Seite lenken. Ideal bleibt aber der Linkshänder rechts – deshalb lohnt es sich, im Nachwuchs früh auf linkshändige Talente zu achten und sie zu fördern.
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Häufige Fragen
Weil sie auf der rechten Angriffsseite – Rechtsaußen und rechter Rückraum – einen natürlichen Wurfwinkelvorteil haben. Der Körper ist zum Tor geöffnet, der Arm holt frei aus. Rechtshänder müssen auf dieser Seite über den Körper werfen oder den Winkel mühsam verbessern. Geeignete Linkshänder sind selten und deshalb sehr begehrt.
Klassisch auf Rechtsaußen und im rechten Rückraum (Halbrechts). Dort nutzen sie den offenen Wurfwinkel optimal aus. Auf der Mitte oder am Kreis ist die Wurfhand weniger entscheidend, dort zählen andere Fähigkeiten stärker.
Sie haben oft wenige Vorbilder und Übungspartner, weil Rechtshänder-Bewegungen im Training dominieren. Trainerhinweise sind meist für Rechtshänder gedacht und müssen gespiegelt übertragen werden. Zudem landen sie durch ihre Seltenheit früh fest auf der rechten Seite, auch wenn ihre Stärken woanders lägen.
Man kann einen wurfstarken Rechtshänder rechts einsetzen, der den Winkel durch Sprünge ins Feld verbessert, oder das Angriffsspiel bewusst über die stärkere Seite lenken. Ideal bleibt der Linkshänder rechts, weshalb es sich lohnt, im Nachwuchs früh auf linkshändige Talente zu achten und sie zu fördern.
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