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Ausrüstungs-Checkliste für Trainer und Eltern

Was ein Anfänger wirklich braucht, was der Verein stellen sollte und welche Ballgröße in welche Altersstufe gehört – eine Checkliste für die erste Elternmail der Saison.

Von Arkadiusz Weiss, Torwart, Trainer und Gründer von Statix · aktualisiert 6 Min. Lesezeit

Die häufigste Frage nach dem ersten Schnuppertraining lautet: "Was müssen wir kaufen?" Die ehrliche Antwort ist: fast nichts. Für die ersten Wochen reichen Hallenschuhe und Sportkleidung – alles andere kann warten, bis klar ist, ob das Kind dabeibleibt.

Diese Checkliste ist so aufgebaut, dass du sie als Trainer direkt an Eltern weitergeben oder in eine Mannschaftsmail kopieren kannst.

Die richtige Ballgröße

Die Ballgröße ist der einzige Ausrüstungspunkt, bei dem eine falsche Wahl direkt schadet: Ein zu großer Ball verhindert eine saubere Wurftechnik und wird stattdessen mit beiden Händen oder aus dem Handgelenk geworfen. Die Zuordnung nach Altersstufe ist verbandsseitig geregelt und in den Durchführungsbestimmungen deines Landesverbandes nachlesbar – die folgende Tabelle gibt die übliche Zuordnung wieder.

Für das Training gilt zusätzlich: Im Kinderbereich sind Weich- und Schaumstoffbälle keine Notlösung, sondern das passende Gerät. Ein Kind, das Angst vor dem Ball hat, lernt nichts.

Ballgröße nach Altersstufe
AltersstufeBallgrößeUmfangHinweis
Minis, F- und E-JugendGröße 0–1ca. 46–50 cmWeich- und Schaumstoffbälle sind hier das richtige Gerät.
D-JugendGröße 1ca. 50–52 cmeinheitlich für männlich und weiblich
C-Jugend weiblich, B-/A-Jugend weiblich, FrauenGröße 2ca. 54–56 cm
C-Jugend männlichGröße 2ca. 54–56 cmWechsel auf Größe 3 erst in der B-Jugend
B-/A-Jugend männlich, MännerGröße 3ca. 58–60 cm

Übliche Zuordnung. Verbindlich sind die Durchführungsbestimmungen deines Landesverbandes – prüfe sie vor Saisonbeginn, sie werden gelegentlich angepasst.

Schuhe: der einzige Punkt, an dem sich Geld lohnt

Handball wird auf Hallenboden mit abrupten Richtungswechseln gespielt. Das belastet Sprunggelenk und Knie stärker als die meisten anderen Hallensportarten.

Worauf du Eltern hinweisen solltest:

Nicht abfärbende Sohle. Bedingung fast jeder Hallenordnung. Ein Paar Schuhe, das die Halle markiert, wird zum Vereinsproblem.

Seitliche Stabilität. Laufschuhe sind für Handball ungeeignet – sie sind für Bewegung nach vorn gebaut, nicht zur Seite. Das ist der Punkt, an dem sich der Aufpreis für einen echten Hallenschuh tatsächlich lohnt.

Passform vor Marke. Bei Kindern lieber häufiger ein günstiges Paar in der richtigen Größe als ein teures, in das man hineinwachsen soll. Ein zu großer Schuh ist bei seitlichen Bewegungen ein Verletzungsrisiko.

Bei Kindern in der Wachstumsphase lohnt es sich, alle paar Monate nachzufragen. Sie sagen von sich aus selten, dass die Schuhe zu klein sind.

Harz: wann es dazugehört und wann nicht

Harz ist ein Haftmittel, das den Ball an der Hand hält und Wurf, Fang und Täuschung erleichtert. Es ist im Handball weit verbreitet, aber nicht überall erlaubt – viele Hallen verbieten es ausdrücklich, weil es Böden und Wände angreift. Das ist der erste Punkt, den du klären solltest, bevor die Diskussion überhaupt beginnt.

Für die Praxis:

Im Kinder- und unteren Jugendbereich braucht es kein Harz. Der Ball ist klein genug, die Hände sind noch in der Entwicklung, und die Grundtechniken sollen ohne Haftmittel sitzen. Ein Kind, das nur mit Harz fangen kann, hat das Fangen nicht gelernt.

Ab der B-Jugend ist es üblich, wenn die Halle es erlaubt und die Liga es voraussetzt. Sprich das im Verein einmal ab, statt es jeder Mannschaft selbst zu überlassen.

Wenn Harz benutzt wird, dann sparsam und organisiert. Eine gemeinsame Dose, ein fester Platz, ein Lappen zum Abwischen. Harz an Türklinken und Hallenwänden ist der schnellste Weg zu einem Hallenverbot.

Entfernen: Spezielle Reinigungsmittel gibt es im Sportfachhandel; für Kleidung ist frühes Waschen entscheidend. Die Regel, die den meisten Ärger spart: vor dem Verlassen der Halle Hände waschen, nicht danach.

Was der Verein stellen sollte

Diese Punkte gehören nicht auf die Elternliste, sondern in die Vereinsplanung:

Bälle in ausreichender Zahl. Faustregel: mindestens ein Ball je zwei Spieler, im Kinderbereich einer je Kind. Wenn acht Kinder auf einen Ball warten, ist es keine Ausrüstungs-, sondern eine Trainingsfrage – und sie kostet dich die halbe Einheit.

Leibchen in zwei Farben. Klingt trivial, entscheidet aber, wie schnell eine Spielform startet.

Trikotsätze. Werden vom Verein gestellt und nicht privat gekauft.

Erste-Hilfe-Ausstattung und Kühlmittel. Gehört an den Spielfeldrand, in jede Einheit. Prüfe zu Saisonbeginn, ob der Inhalt vollständig und haltbar ist.

Torwartausrüstung. Lange Hose und langes Trikot mindestens; Knieschützer sind bei Torhütern sinnvoll und sollten nicht von der Zahlungsbereitschaft der Eltern abhängen.

Grenzfälle, die im Verein regelmäßig auftauchen

Ein Kind hat keine passenden Schuhe und die Familie kann sie nicht bezahlen. Fast jeder Verein hat einen Fundus oder Sponsoringmittel; viele Landesverbände und Stiftungen fördern Ausrüstung für Kinder. Kläre das intern, bevor du es zum Thema in der Gruppe machst.

Schmuck und lange Fingernägel. Ringe, Ketten und Ohrringe müssen ab, das ist keine Vereinsregel, sondern Teil des Regelwerks. Bei kleinen Kindern gehört der Hinweis in die Elternmail vor dem ersten Training, sonst diskutierst du ihn jede Woche.

Brillenträger. Sportbrillen mit weichem Rahmen und bruchsicheren Gläsern sind die übliche Lösung. Sprich das früh an – ein Kind, das ohne Brille schlecht sieht, wirkt im Training oft unmotiviert.

Schutzausrüstung. Knieschützer sind bei Torhütern und Kreisläufern verbreitet, ein Mundschutz ist im Handball unüblich, aber möglich. Was medizinisch angezeigt ist, entscheidet nicht der Trainer – bei bekannten Vorschäden gehört die Frage in ärztliche Hände.

Was das für dich praktisch bedeutet

Drei Dinge, mit denen du dir eine Saison lang Diskussionen sparst:

Eine Ausrüstungsmail vor dem ersten Training. Ballgröße, Schuhe, Schmuck, Trinkflasche – vier Punkte, fünf Zeilen. Wer sie einmal schreibt, kann sie jedes Jahr wiederverwenden.

Die Harzfrage einmal im Verein klären, nicht je Mannschaft. Es geht um die Halle, nicht um die Vorliebe der Trainer.

Einen Ausrüstungsfundus aufbauen. Ein Karton mit gebrauchten Schuhen, Leibchen und Torwarthosen im Vereinsheim löst mehr Probleme, als jede Regelung es könnte – und sorgt dafür, dass ein Kind nicht wegen 60 Euro aufhört.

Nachgefragt

Häufige Fragen

Sie richtet sich nach Altersstufe und Geschlecht: Größe 0 bis 1 im Kinderbereich bis zur D-Jugend, Größe 2 für weibliche Jugend ab C und Frauen sowie für die männliche C-Jugend, Größe 3 für männliche Jugend ab B und Männer. Verbindlich sind die Durchführungsbestimmungen des jeweiligen Landesverbandes.

Hallenschuhe mit nicht abfärbender Sohle und guter seitlicher Stabilität. Laufschuhe sind ungeeignet, weil sie für Bewegung nach vorn gebaut sind und nicht zur Seite – genau die aber macht Handball aus. Bei Kindern gilt Passform vor Marke: Ein zu großer Schuh ist bei seitlichen Bewegungen ein Verletzungsrisiko.

Nein. Im Kinder- und unteren Jugendbereich sollen die Grundtechniken ohne Haftmittel sitzen – wer nur mit Harz fangen kann, hat das Fangen nicht gelernt. Ab der B-Jugend ist Harz üblich, sofern die Halle es erlaubt. Viele Hallen verbieten es ausdrücklich, deshalb sollte die Frage einmal im Verein geklärt werden.

Für Hände und Bälle gibt es spezielle Reinigungsmittel im Sportfachhandel. Bei Kleidung ist frühes Waschen entscheidend – eingetrocknetes Harz geht deutlich schlechter heraus. Die Regel, die im Verein am meisten Ärger spart: Hände vor dem Verlassen der Halle waschen, nicht danach.

Knieschützer sind bei Torhütern und Kreisläufern verbreitet, weil beide viel auf dem Boden arbeiten. Brillenträger brauchen eine Sportbrille mit weichem Rahmen und bruchsicheren Gläsern. Schmuck – Ringe, Ketten, Ohrringe – muss grundsätzlich abgelegt werden, das ist Teil des Regelwerks und keine Vereinsregel.

Der Verein stellt Bälle in ausreichender Zahl, Leibchen, Trikotsätze, Erste-Hilfe-Ausstattung und die Torwartausrüstung. Familien besorgen Hallenschuhe, Sportkleidung und eine Trinkflasche. Ein Ausrüstungsfundus mit gebrauchten Schuhen und Torwarthosen im Vereinsheim verhindert, dass ein Kind aus Kostengründen aufhört.

Arkadiusz Weiss, Torwart, Trainer und Gründer von Statix

Über den Autor

Arkadiusz Weiss

Torwart, Trainer und Gründer von Statix

Arkadiusz Weiss steht seit über zehn Jahren im Handballtor und trainiert selbst eine Mannschaft in der Kreis- und Bezirksliga – genau der Alltag, für den diese Ratgeber geschrieben sind. Statix ist aus diesem Alltag entstanden: aus dem Zettel am Spielfeldrand, aus dem nach dem Abpfiff nie eine brauchbare Auswertung wurde.

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